Wer Mobile Device Management (MDM) im Einsatz hat, sollte jetzt handeln: Ivanti hat am 8. Mai 2026 Sicherheitsupdates für seinen Endpoint Manager Mobile (EPMM) veröffentlicht – und die Lücken werden bereits aktiv ausgenutzt. Für Unternehmen im Mittelstand, die ihre mobilen Endgeräte damit verwalten, besteht unmittelbarer Handlungsbedarf.
Was ist Ivanti EPMM – und warum betrifft das KMU?
Ivanti EPMM (früher bekannt als MobileIron) ist eine weit verbreitete MDM-Lösung, mit der Unternehmen Smartphones, Tablets und Laptops zentral verwalten, absichern und mit Unternehmensanwendungen versorgen. Gerade im Mittelstand – im Vertrieb, bei Außendienstmitarbeitern oder im Homeoffice – gehört MDM zur Standardinfrastruktur.
Das Problem: MDM-Systeme haben privilegierten Zugriff auf alle verwalteten Geräte. Ein kompromittierter MDM-Server ist nicht nur ein IT-Problem – er ist ein direkter Einstiegspunkt ins gesamte Unternehmensnetzwerk.
Was ist passiert? Die Schwachstellen im Überblick
Ivanti hat mehrere Sicherheitslücken in EPMM geschlossen, von denen mindestens eine zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bereits aktiv angegriffen wurde. Das bedeutet: Es gibt bereits Angreifer, die diese Lücke kennen und gezielt einsetzen – lange bevor die meisten Unternehmen überhaupt von der Schwachstelle gehört haben.
Dieses Muster ist bei Ivanti keine Ausnahme, sondern hat sich in den vergangenen zwei Jahren wiederholt gezeigt: EPMM, Ivanti Connect Secure und Ivanti Policy Secure waren immer wieder Ziel staatlich gesteuerter Angreifer und cyberkrimineller Gruppen. Die CISA in den USA und das BSI haben mehrfach dringende Warnungen herausgegeben.
Was müssen Unternehmen jetzt konkret tun?
- Sofort patchen: Das von Ivanti bereitgestellte Update umgehend einspielen. Kein Aufschub auf das nächste Wartungsfenster – bei aktiv ausgenutzten Lücken zählen Stunden, nicht Tage.
- Logdateien prüfen: Ungewöhnliche Zugriffe auf den EPMM-Server in den letzten Wochen analysieren. Angreifer könnten bereits aktiv sein, bevor das Update eingespielt wird.
- Netzwerkzugang einschränken: MDM-Verwaltungsoberflächen sollten niemals direkt aus dem Internet erreichbar sein. VPN oder Zero-Trust-Zugang sind Pflicht.
- Ivanti-Monitoring einrichten: Wer Ivanti-Produkte einsetzt, sollte deren Security Advisories aktiv beobachten – zum Beispiel über Ivantis offizielle Security-Seite.
- Alternative evaluieren: Unternehmen, die wiederholt mit Ivanti-Sicherheitsvorfällen konfrontiert sind, sollten alternative MDM-Lösungen wie Microsoft Intune oder Jamf in Betracht ziehen.
Das größere Bild: Patch-Management ist keine Option
Dieser Vorfall illustriert ein strukturelles Problem vieler KMU: Software wird eingeführt und dann vergessen. MDM-Systeme, Firewalls, VPN-Gateways – sie alle brauchen regelmäßige Updates. In einer Welt, in der Angreifer Schwachstellen innerhalb von Stunden nach Bekanntwerden ausnutzen, ist Patch-Management keine IT-Kür, sondern eine Grundvoraussetzung für den Betrieb.
Ein strukturierter Vulnerability-Management-Prozess sorgt dafür, dass kritische Patches priorisiert und nachvollziehbar umgesetzt werden – bevor Angreifer die Lücke finden.
Fazit
Ivanti EPMM ist ein Mahnmal: Selbst spezialisierte Sicherheitssoftware kann zur Schwachstelle werden, wenn Updates nicht zeitnah eingespielt werden. Wer MDM oder andere Fernverwaltungslösungen im Einsatz hat, sollte jetzt handeln – patchen, prüfen, absichern.
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